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Nach der Begrüßung und der Feststellung der Stimmberechtigten standen gleich die Jahresberichte auf der Tagesordung. Die meisten Berichte sind in der letzten WINDKANTE abgedruckt, traditionsgemäß verliest der Präsident seinen Bericht zur Hauptversammlung. Dabei ging es hauptsächlich um die Sorgenkinder des Verbandes, den Hallenradsport und das Einradfahren und die quantitative Reduzierung des Radsportnachwuchses. Aber auch viel Positives gab es zu berichten. Der vollständige Bericht steht unten.
Der neue Schatzmeister Ullrich Langbehn hatte ein nicht leichtes Jahr, da er sich Vieles selbst erarbeiten musste. Die Kassenprüfer, die dem Verband viele Tipps mit auf den Weg gaben, bescheinigtem ihm eine sehr gute Arbeit und beantragten die Entlastung, der einstimmig gefolgt wurde. Ehrenmitglied Willi Schmidt beantragte die Entlastung des Gesamtvorstandes. Auch hier gab es ein einstimmiges Votum.
Bei den Wahlen gab es keine Überraschungen. Bernd Schmidt, der sich schon Gedanken über ein Ende seiner Präsidentschaft macht, wurde nach 16 Jahren für zwei weitere Jahre einstimmig gewählt. Einen Nachfolger von Gustav Körner als Fachwart Hallenradsport gab es nicht und der Posten wird nicht mehr besetzt. Rolf Titel bleibt RTF-Fachwart, die Wahl von Gert Hillringhaus zum Jugendleiter durch die Jugendhauptversammlung wurde bestätigt. Für den ausscheidenden Kassenprüfer Gerhard Mette wurde Heiko Brehmer (RG Kiel) gewählt. Im Schiedsgericht sitzt jetzt Gustav Körner für Rolf Loof. Gustav scheidet aus dem Sportausschuss aus. Dafür wurde neu Stephan Sturm (RSC Kattenberg) in das Gremium gewählt. Rainer Loof, Rolf Titel, Hans-Dieter von Zelewski und Marcus Matthusen verbleiben in diesem Gremium.
Bekannt gegeben wurde, dass der RSV drei Anträge zum nächsten BDR-Hauptausschuss gestellt hat. Die nächste Jahreshauptversammlung findet am 12. Februar 2011 wieder in Gnutz statt. | |
Jahresbericht des Präsidenten
Mein Jahresbericht fällt in diesem Jahr relativ kurz aus. Die Sparten laufen, die Fachwarte machen einen Super-Job und der Verband blickt auf eine stabile Mitgliederentwicklung zurück. Die Sorgenfalten, die wir seit Jahren haben, werden nicht glatter und wir haben uns mittlerweile an die Furchen gewöhnt.
Sorgenfalten sind der Hallenradsport, Einradfahren und unser Rennsport-Nachwuchs.
Nach dem Rücktritt von Gustav Körner liegt es an der Sparte, sich selbst aus dem Sumpf zu ziehen. Dischi bemüht sich seit längerer Zeit um einen Nachfolger, der bis jetzt nicht gefunden werden konnte. Das ist nun wirklich keine Arbeit. Sollte kein Verantwortlicher gefunden werden, kann man die Sparte auch beruhigt in eine Schublade legen. Aus, mit dem Hallenradsport in Schleswig-Holstein!
Im Einradsport hat sich der neue Einradverband etabliert und unsere Fachwartin Bärbel hat einen sehr schweren Stand. Nur noch zwei Vereine betreiben Einradfahren im Radsportverband (Fissau und Norderstedt), die Mitgliederentwicklung ist nicht positiv. Auch in ihrem Verein hat Bärbel vor allen Dingen Betreuer-Sorgen. Da es in ihrem privaten Umfeld einige Umstrukturierungen gab, hat sie jetzt noch weniger Zeit sich um das Einradfahren zu kümmern. Wir sind uns einig, dass wir die Sparte Einradfahren noch nicht ganz aufgeben wollen, die Aktivitäten aber auf Sparflamme kochen. Die Meisterschaften werden, solange es sie denn gibt, weiterhin gemeinsam mit Hamburg ausgetragen.
Die Aussprache bei der Jugendversammlung brachte das zu Tage, was Viele schon vermutet haben. Uns fehlt der Radsportnachwuchs. Wo vor einigen Jahren noch florierende Jugendgruppen unterwegs waren, ist die Quantität deutlich geschrumpft. Man braucht nur Mal nach Kiel und Lübeck zu schauen, wo sich die großen Jugendgruppen des Landes zu einem zwar guten aber doch sehr kleinen Kern zurückgebildet haben. Dazu hat auch beigetragen, dass wir keine direkt Betreuung der qualitativ Guten gewährleisten konnten. Dadurch gab es viele Abwanderungen in andere Landesverbände. Wie wir wissen, nicht immer zum Vorteil. So fehlte uns auch die Basis für gute Mannschaften und das motivierte natürlich auch nicht entsprechend. Viele Fahrer haben in den letzten beiden Jahren aufgehört.
Aber alles Jammern hilft nichts, es geht weiter. Es gibt verschiedentlich gute Ansätze. Zwei Faktoren sind Einsteiger-Rennen und Schulsport. Noch wichtiger ist die Erkenntnis, dass man gegen das veränderte Schulverhalten nicht ankämpfen kann. Durch die Ganztagsschulen haben Jugendliche kaum noch Zeit zum Training. Deswegen muss man sich die Ganztagsschulen zu Nutze machen und Radsport-Projekte anbieten. In Nortorf hat man jetzt z.B. innerhalb eines halben Jahres 8 Mitglieder zwischen 11 und 13 Jahren gewonnen, von denen 4 auch Rennen fahren wollen. Vereinsräder und eine gute Betreuung helfen bei der Motivation. Mit Spannung wird der weitere Verlauf beobachtet.
Wichtigster Punkt ist jedoch, dass sich unser Verbandstrainer Frank Kurbel jetzt verstärkt um die U17 und U19 kümmern will. Ihm zur Seite haben wir Dennis Sommerfeldt gestellt, der als zukünftiger Nachwuchstrainer die gezielte Betreuung der leistungswilligen Fahrer, in Abstimmung mit ihren Vereinen, sicher stellt. Ein festgelegter Terminplan motiviert die Jugendlichen zusätzlich. Sie sollen sicher durch das wilde Wasser der späten Jahrgänge hin zum Team Schleswig-Holstein gelotst werden.
Das Team Schleswig-Holstein war im letzten Jahr nicht mehr als Renngemeinschaft unterwegs. Back to roots – zurück zu den Wurzeln - war das Team wieder als Landesverbandsauswahl bei einigen ausgewählten Rennen am Start. Dadurch haben wir natürlich viel Geld in unserem Etat eingespart. In Wedel hat sich das Nonnook-Racing-Team etabliert und ist zu einer festen Größe im Rennsport geworden. Um den Männerbereich müssen wir uns keine Sorgen machen.
Im Crossbereich gibt es sehr gute Erfolge. Unsere beiden jungen U23-Crosser Barry Hayes und Jan Büchmann konnten sich durch starke Leistungen im Deutschland-Cup empfehlen und wurden mit der Nationalmannschaft im Weltcup eingesetzt. Barry hatte etwas Pech in Roubaix, aber Jan konnte mit einem 33. Platz in Hoogerheide glänzen. Jan, der seine Ausbildung jetzt abgeschlossen hat und zu einer beachtlichen Spätform gefunden hat, wurde auch 5. der DM in der U23.
Die Zusammenarbeit mit unserem Nachbarverband Hamburg hat sich wieder eingerenkt. Nach der Demission von Manfred Schwarz, konnte im LV Hamburg wieder aufgeatmet und mit Volker Heyer ein neuer Vorsitzender gewählt werden. Alle brach liegenden Posten konnten in Kürze wieder besetzt und die Arbeit aufgenommen werden. Die Stimmung ist deutlich besser in Hamburg und die Kooperation stark verbessert.
Auch im letzten Jahr haben wir wieder neue Vereine aufgenommen. Oftmals nur Sparten, wo sich eine paar Konsumenten zusammengefunden haben. Von den Vereinen sehe ich nur Einen, der das Potenzial zu Mehr hätte. Wir haben fast 50 Vereine, aber nachwievor sind die wenigsten in der Lage, zum Sportangebot des Radsportverbandes beizutragen. 23 Vereine haben unter 20 Mitglieder. Dazu gesellen sich viele Vereine, die zwar das Potenzial haben, aber sicher Gründe finden, warum sie irgendeine Veranstaltung nicht organisieren können. Gerade im Rennsport brauchen wir mehr kleine, lokale Rennen. Aber hier finden sich keine Veranstalter. Euer Präsident hat es euch im letzten Jahr erfolgreich vorgemacht, wie man solche Rennen organisiert. Aber er und seine Truppe sind an der Grenze angelangt und deshalb hat er Nachfolger für diese Rennen gesucht. Als die Summe der Ausreden groß genug war, sprang einer nach dem anderen ab. Dabei wäre das so einfach gewesen.
Ich komme jetzt zu meinem Lieblingsthema in jedem Jahresbericht und ich kann mich nur wiederholen: radsport-sh. Tolle Seite, hochfrequentiert und ich schreibe die meisten Berichte. Ich bin zwar der Verkäufer des Verbandes aber ich bin nicht der Pressewart. Deshalb schreibe ich nur Berichte, wenn ich bei guter Laune bin. Aus diesem Grunde brauche ich Berichte von euch und euren Veranstaltungen. RTF gemacht, Bericht auf eure Homepage? Kopie mit Bild zu mir. Radrennen durchgeführt, Bericht für eure Vereinszeitung? Kopie mit Bild zu mir. Ihr wollt bestimmte Vorinformationen los werden? Info zu mir. Informationen über euren tollen Verein oder eine Vereinsveranstaltung? Interessiert die Anderen auch. Und denkt daran. Je abwechslungsreicher und informativer die Seite ist, desto mehr wird sie gelesen! Wir sind die Einzigen die über den Radsport in SH berichten und ihr könnt mitmachen. Dabei ist der Begriff „Zeit nah“ wörtlich zu nehmen. Ein Bericht der ein bis zwei Wochen später kommt ist schon kalter Kaffee.
Erfreulich war, dass im letzten Jahr drei Vereine des Radsportverbandes mit dem Preis des Präsidenten, den gestifteten Preisen des BDR-Präsidenten Rudolf Scharping, ausgezeichnet wurden. Die SG Athletico Büdelsdorf gewann einen dritten Preis im Januar, der RSV Husum einen Zweiten im September und Sieger im Februar wurde der RSC Kattenberg.
Das war mein Jahresbericht, der alle Themen angekratzt hat. Die Grundstimmung ist weiterhin positiv und es macht immer noch Spaß. Meistens jedenfalls und doch hege ich Gedanken des Aufhörens. Ich mache das jetzt 16 Jahre und ich gehe Mal davon aus, dass ich Heute wieder gewählt werde. Aber wie lange soll ich das noch machen? Ein Großteil meiner Radsportenergie bleibt in Nortorf. Es macht unheimlich viel Spaß mit geilen Veranstaltungen und einer geilen Truppe zum Radsportgeschehen beizutragen. Und es ist auch ein Projekt. Wieviel kann man aus dem Nichts machen? Deshalb wandern auch fast alle Ideen an den Mittelpunkt. Wieviele Ideen bleiben da noch für den Verband, wieviel Zeit kann ich für den Verband noch aufbringen? Man wird nicht jünger und ich merke auch, dass der Akku länger zum Aufladen braucht. Ich ertappe mich dabei, dass ich den Verband überwiegend verwalte. Wenn euch das reichen mag, OK. Aber ich könnte mir schon vorstellen, das Amt zu Lebzeiten abzugeben. Und ideal ist, wenn sich Jemand im Fahrwasser entwickeln kann, dem man dann einen intakten Verband übergeben kann. Macht euch Mal Gedanken! |
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