Nachdem auch wir als letzte endlich zum Seminar eingetroffen sind, wurden wir freundlichst begrüßt, haben uns kurz mit den anderen Teilnehmern bekannt gemacht und wurden in den Verlauf des Tages eingewiesen.
Das Seminar bestand aus 6 Teilnehmern plus der Seminarleiterin, Astrid Föderler. Der Nebel hatte sich bereits aufgelöst und es kündigte sich ein wunderschöner Frühlingstag an.
Nun sollte es losgehen, wir wurden in die erste Aufgabe eingewiesen und fuhren langsam mit dem Rad los. Es kam jetzt nicht darauf an, besonders schnell zu fahren, sondern vielmehr auf Konzentration, Radbeherrschung und Motorik.
Die Übungen im Einzelnen waren:
1. Langsames Warmfahren ( 22 - 24 km/h ) in 1er -Reihe hintereinander, mit geringem Abstand zum Vordermann ca. 20 cm.
2. Weiterhin in 1er- Reihe ruhiges fahren, Wechsel des vordersten Fahrers: Der Fahrer schehrt nach links (innen) aus und lässt sich zurück fallen, um am Ende der Reihe wieder anzuschließen. Später wurde nach rechts (außen) ausgeschehrt.
3. An einer Steigung wurde die Gruppe schnell auseinander gerissen, auf der Kuppe haben wir uns versammelt und die Fehler besprochen, durch welche es immer wieder dazu kommt, dass die Gruppen auseinander gerissen werden.
4. Nachdem wir die Fahrt wieder aufgenommen hatten, sollten wir bei mäßiger Geschwindigkeit ca. 10 bis 15km/h mit unserem Vorderrad das Hinterrad des Vorausfahrenden berühren. Vor dieser Übung hatten glaube ich alle Respekt, sie erforderte sehr viel Konzentration und ein wenig Mut.
5. Nach dieser Übung sind wir dann eine lange Strecke einhändig gefahren, mit einer Hand auf dem Rücken, dabei haben wir den Mund geschlossen gehalten und nur durch die Nase geatmet, das beruhigt den Puls und die Atemluft wird vorgewärmt.
6. Auf einer ruhigen Parkplatzstraße sind wir dann Kreise gefahren.
7. Zum Abschluss des Vormittags sind wir mit hoher Trittfrequenz gefahren, um die Motorik zu schulen. Wir haben gelernt, auch bei Abfahrten weiter zu Treten, mit dem Hintergrund, eventuelles Lacktat abzubauen und den Kreislauf durch einen plötzlichen Stopp der Belastung nicht zu überlasten. Die Kraftmuskulatur wird entlastet.
Rechtzeitig zum Mittagessen sind wir wieder im Sport- und Bildungszentrum eingetroffen.
Nach dem Mittagessen haben wir uns in der Theorie über die Grundsetzlichkeiten der Trainingsplanung und des Trainings unterhalten. Wir haben über die Notwendigkeit des Warmfahrens vor und des Abkühlens ( cool down ) sowie dem Stretching nach dem Training diskutiert. Kurz wurde noch der Aufbau eines Trainingsplanes angesprochen. Aus zeitlichen Gründen konnte leider nicht tiefer in die Materie eingegangen werden.
Nach der Kaffeepause wurde das Radtraining fortgesetzt. Das Wetter war immer noch super.
Nachdem wir uns 30 Minuten warm gefahren hatten, hielten wir in einer ruhigen Straße an und begannen mit Koordinationsübungen.
1. nur mit einem Fuß im Pedal fahren, abwechselnd linkes und rechtes Bein.
2. jetzt sind wir einbeinig wie oben gefahren und haben zusätzlich eine Hand auf dem Rücken genommen, wieder im Wechsel (linkes Bein rechter Arm, linkes Bein linker Arm u.s.w.)
3. dann sind wir Slalom gefahren, 2 Kreise links herum und dann gesprintet.
4. wieder Slalom, 2 Kreise rechts herum und Sprint
5. wir sind zu zweit Schulter an Schulter gefahren, haben 2 Kreise gedreht und sind gesprintet.
6. jetzt sind wir den Slalom einbeinig gefahren, haben dann das zweite Bein ins Pedal eingeklickt um zu sprinten und anschließend mit der Vorderradbremse eine Vollbremsung zu machen.
7. nochmals sind wir Slalom gefahren, diesmal mit Partner hintereinander gegengleich mit abschließendem Sprint und Vollbremsung.
8. Auf einer Waldstrecke ( ca 1,2 km) sind wir dann noch mit hoher Trittfrequenz und wenig Kraft, bzw. beibehalten der Trittfrequenz und zunehmender Kraft im GA2 Bereich (bis max. 85% Hfmax) einige Male hin und her gefahren.
Gegen 18:00 Uhr sind wir zum Abendessen wieder in der Bildungsstätte gewesen. Im Gegensatz zum Mittagessen (ich mag keine Königsberger Klopse) muss das Abendessen hier lobenswert erwähnt werden.
Zum Abschluss haben wir uns noch kurz zusammengesetzt und den Tag Revue passieren lassen. Für mich war dieses Tagesseminar eine wahre Bereicherung, ich habe sehr viele Informationen die ich für mich und meine Trainingspartner in Zukunft nutzen werde erhalten. Im Namen der Gruppe glaube ich sagen zu können, "das war eine gelungene Veranstaltung, wir freuen uns schon auf die Nächste. Weiter so."
Ralf Westfalen
Uetersener Sportgemeinschaft